Amorsbrunn – Quelle der Fruchtbarkeit

Die Quelle Amorsbrunn bei Amorbach im Odenwald ist ein Ort alter spiritueller Weisheit.  Hier wirken Kräfte, von denen wir im Religionsunterricht nicht viel gehört haben. Eine Tafel am Eingang der Kirche gibt offen preis: frühere Quellkultstätte, 734 vom hl. Armor verchristlicht.

Wer das Zauberhafte sucht: auf geht’s nach Amorsbrunn! Doch bitte seit vorsichtig -insbesondere die Frauen. Der Besuch könnte ungewollte Folgen haben. Das Quellwasser verhilft zu Fruchtbarkeit. Wer schwanger vom Ausflug zurück kommt, sollte sich nicht wundern. Ich scherze nicht! Die Frauen meiner Familie hatten großen Respekt vor dieser Kraft. Keine von ihnen von ihnen wäre freiwillig auch nur in die Nähe dieser Quelle gekommen. Wallfahrt nach Amorbach? Nein, danke! Meine Oma Auguste hatte 10 Kinder, die Kraft der Quelle wollte sie sicher nicht für ein Elftes in Anspruch nehmen.

So hatte ich eher spät das Vergnügen, den Ort studieren zu dürfen, als ich mein Herz für vergessene alte Orte und namenlose Quellfrauen entdeckte. Dass direkt vor meiner Haustür ein solcher Mega-Hotspot liegt, freut mich besonders!

Wurzel Jesse. Gotischer Altar in der Kapelle Amorsbrunn
„Wurzel Jesse“ oder Odenwald-Baumwesen? Gotischer Altar in der Kapelle Amorsbrunn

Spannend finde ich auch, dass es heißt, von hier aus sei der Odenwald bekehrt worden. Tatsächlich führt die Landstraße hinter dem Amorsbrunn erst einmal nur in den Wald, und danach kommt – außer Wald – auch heute nicht mehr viel, außer Wald. Ich kann mir gut vorstellen, dass es kein Spaß war, die dort lebenden Quellen- und Baumverehrer zu christianisieren. Beliebte Strategie war es, einfach eine Kapelle über den verehrten Ort zu bauen, das ist bekannt. Aber was finden wir in der Kapelle zu Amorsbrunn: einen gotischen Altar, der die Wurzel Jesse zeigt? Da liegt ein Mann unten im Altar, aus seinem Herz wächst ein Baum, der Baum wiederum trägt Männer als Früchte, die Baumspitze ist eine strahlende Frauengestalt mit Kind. Ich kann mir kaum vorstellen, dass altsemitische Könige im Odenwald zu dieser Zeit sehr populär waren. Aber Bäume, die kannten sie sicherlich. So freue ich mich noch mehr darüber, dass die irischen Mönche, die hier Jesus zu etablieren versuchten, offensichtlich auf die Symbolkraft der im Odenwald vorhandenen Spiritualität setzen mussten um ihre Schäfchen in die Kirche zu treiben.

Heute sind wir zum Glück frei, unsere spirituellen Wurzeln wieder zu entdecken. Hinter alten Legenden finden wir noch älteres Wissen und womöglich unsere Identität. Wieso lieben auch wir noch Quellen und Bäume, wandern zu Kraftorten und versinken dort in romantisches Schwärmen? Vielleicht weil in unseren Genen immer noch die alten Odenwaldbewohner leben.

Spannende Infos zum Armorsbrunn findet ihr hier:

www.heilige-quellen.de

Amorsbrunn auf Google Maps

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