Waldkönig mit Blattkrone!

In meiner persönlichen Traumzeit bin ich Keltin. Womöglich mit römischer Verwandtschaft, schließlich wohne ich nur wenige Meter vom ehemaligen Mainlimes entfernt. Auch meine Vorliebe für Asterix könnte auf keltische Gene schließen lassen. Genaueres verliert sich im Dunkel der Geschichte.

Um so spannender, dass nur eine Autostunde von mir entfernt ein versunkenes keltisches Fürstengrab entdeckt wurde – mittlerweile mit hochgelobtem Museum direkt am Fundort. Also schickte ich in diesem Sommer meine Jetztzeit-Familie zum Sonntagsausflug in die Wetterau bei Frankfurt.

Der Chef der Anlage empfing uns als lebensgroße Sandsteinfigur. Etwas grimmig zog er die Mundwinkel nach unten. Rund 2400 Jahre hatte er in der Erde geschlafen, bevor Luftbildarchäologen ihn aufweckten. Ich war versucht, zu fragen, wieso er diese Mickey-Maus-Mütze trägt. Vielleicht hatte ich doch zu viele Comics gelesen?

Die alten Kelten hätten mich ausgelacht. Selbstverständlich ist das ein Mistelblatt und symbolisiert Wachstum, die Kraft des Waldes! Ja, die Liebe zum Wald, deswegen lieben wir diese geheimnisvollen Waldbewohner obwohl wir kaum etwas über sie wissen. Bücher schreiben war nicht ihre Stärke.

Da steht er nun vor uns, der Keltenfürst mit Blattkrone und öffnet uns ein Tor zur Vergangenheit. Wir zivilisierten Computerkids dürfen uns fragen, wie das Leben so war draußen in den Wäldern. Was fühlten diese Menschen, die drart eng verbunden mit der Natur lebten, dass sie ihren Königen ein Keimblatt als Krone aufsetzen? Nicht Metall oder Gold, ein Blatt im Wachstum bildet die Krone dieser alten Kultur!

Rekonstruierter Grabhügel am Glauberg. Bei Blick nach rechts hätte der Keltenfürst die Frankfurter Skyline sehen können, oder zumindest was damals an dieser Stelle stand.

Unbedingt besuchen:
Keltenwelt am Glauberg

Unbedingt ausprobieren:
Lass deine Persönlichkeit wachsen, wie ein Baum und werde selbst zum postheroischen Öko-Leader.

Emotionale Archäologie: Klaus mit Blattkrone